Heute ausbilden, um morgen besser zu begleiten

26/03/26 | Kategorie

Formation continue chez SERVIOR


Kontinuierliche Weiterbildung als Grundlage für die Qualität unserer Begleitung

Im Bereich der Begleitung von Senioren, in dem der Mensch im Mittelpunkt jeder Handlung steht, ist kontinuierliche Weiterbildung weit mehr als eine einfache Vertiefung von Kenntnissen: Sie ist ein grundlegender Pfeiler. Bei SERVIOR ist sie eine Selbstverständlichkeit, ja sogar Teil unserer Unternehmenskultur. Ein Team von drei Mitarbeitenden ist dafür verantwortlich, die kontinuierliche Weiterentwicklung der rund 2.600 Mitarbeitenden zu organisieren, insbesondere des Pflegepersonals.

Laurent Braun ist seit 2018 als „Chargé de mission Formation“ tätig. „Die Weiterbildung ist ein fester Bestandteil unserer DNA“, betont er. „Natürlich gibt es gesetzliche Vorgaben, aber für uns liegt das Wesentliche woanders: Es geht darum, unseren Teams die richtigen Handgriffe, die richtigen Reflexe und die richtige Haltung im Umgang mit den Bedürfnissen der Bewohnerinnen und Bewohner zu vermitteln.“

Sich an ständig wandelnde Realitäten anpassen

Die Berufe in der Begleitung älterer Menschen haben sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt. Neue Ansätze im Umgang mit dem Älterwerden, besser identifizierte und behandelte Krankheitsbilder sowie steigende Erwartungen von Bewohnern und Angehörigen verändern das Umfeld, und damit auch die Praxis.

„Wer sich nicht weiterbildet, bleibt in seiner Arbeitsweise stehen“, erklärt Laurent Braun. „In unseren Häusern werden die Situationen jedoch immer komplexer. Man muss sich ständig anpassen können.“

Die kontinuierliche Weiterbildung ermöglicht es somit, Kompetenzen aktuell zu halten, weiterzuentwickeln und gleichzeitig die Praktiken in einem sehr spezifischen Kontext zu harmonisieren: „In Luxemburg arbeiten Fachkräfte, die in unterschiedlichen Ländern ausgebildet wurden. Die Ausbildungswege sind vielfältig. Durch Weiterbildung schaffen wir eine gemeinsame Basis für alle“, so Laurent Braun.

Über fachliche Kompetenzen hinaus: eine menschliche Haltung

Einige Weiterbildungen erfüllen konkrete gesetzliche Anforderungen aus der Kollektivvereinbarung, etwa in den Bereichen Psychogeriatrie, Palliativpflege oder Hygiene. Ihre Bedeutung geht jedoch weit über den technischen Rahmen hinaus. „In unserem Bereich geht es nicht nur um Fachwissen, sondern auch um die richtige Haltung“, unterstreicht Laurent Braun. „Es geht um Kommunikation, professionelle Haltung und ein feines Verständnis für den Menschen.“

Das gilt insbesondere in der Begleitung von Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen oder am Lebensende, wo die zwischenmenschliche Beziehung zentral wird.

Validation®: den Blick auf den Menschen verändern

Ein besonderer Schwerpunkt der letzten Jahre liegt auf der Weiterbildung in der Validation®. SERVIOR ist mittlerweile ein anerkanntes Ausbildungszentrum für diese Methode, die darauf abzielt, desorientierte Menschen besser zu verstehen und zu begleiten. „Diese Herangehensweise verändert den Blick grundlegend“, erklärt Laurent Braun. „Es geht nicht mehr darum, zu korrigieren oder mit der Realität zu konfrontieren, sondern darum, die Person dort abzuholen, wo sie steht.“

Ein anspruchsvoller Ansatz, der sowohl fachliche als auch emotionale Kompetenzen fordert: „Es ist keine einfache Ausbildung. Sie verlangt viel menschliches Engagement. Es geht darum, Vertrauen aufzubauen, zuzuhören und manchmal auch zwischen den Zeilen zu verstehen.“ Die Vorteile sind jedoch entsprechend groß: „Die Begleitung wird respektvoller, passender und menschlicher.“

Sich entwickelnde Werkzeuge, und neu zu denkende Praktiken

Die Entwicklung betrifft nicht nur die Ansätze, sondern auch die eingesetzten Hilfsmittel. Die im Alltag verwendeten Geräte haben sich in den letzten Jahren stark verändert. „Nehmen wir zum Beispiel Patientenlifter: Früher waren sie sehr rudimentär, heute sind sie deutlich moderner, leichter und praktischer. Das setzt jedoch voraus, dass das Personal entsprechend geschult wird.“

Denn bei SERVIOR gilt: Ein Hilfsmittel hat nur dann einen Wert, wenn es richtig eingesetzt wird. „Wir stellen nicht einfach Material zur Verfügung, wir begleiten seine Nutzung durch gezielte Schulungen.“

Alle Berufsgruppen sind betroffen

Kontinuierliche Weiterbildung richtet sich nicht nur an das Pflegepersonal, sondern an alle Berufsgruppen in den Häusern von SERVIOR. „Die Begleitung der Bewohner ist eine gemeinsame Verantwortung“, erinnert Laurent Braun. „Die Teams aus Hotellerie und Gastronomie, das Verwaltungspersonal, die technischen Dienste, alle tragen zur Lebensqualität der Bewohner bei.“

Daher werden Weiterbildungen in zahlreichen Bereichen angeboten: Lebensmittelhygiene, Sicherheit, Softwareanwendung, Pflege der Außenanlagen. „Jeder Beruf hat seine Anforderungen, und jeder muss in seiner Entwicklung unterstützt werden.“

Ethik: eine unverzichtbare Dimension

Eine weitere wichtige Entwicklung ist die zunehmende Bedeutung ethischer Fragestellungen, und damit eines umfassenden Respekts der menschlichen Würde und der Grundrechte. Heute muss jedes Zentrum über ein Ethikkomitee verfügen. Das zeigt deutlich, dass es nicht mehr nur um Verfahren geht, sondern auch um Reflexion und Verantwortung. Und auch das erfordert spezifische Schulungen.

Sich weiterbilden, um Sicherheit zu gewinnen

Die Vorteile kontinuierlicher Weiterbildung kommen nicht nur den Bewohnern zugute, sondern auch den Mitarbeitenden selbst. „Ein gut geschulter Mitarbeiter ist sicherer und fühlt sich wohler in seiner Arbeit“, betont Laurent Braun. „Und wer sich wohlfühlt, ist aufmerksamer, engagierter und effizienter.“ Dieser positive Kreislauf wirkt sich direkt auf die Qualität der Begleitung aus.

Ein Abschluss während der Berufstätigkeit

Angesichts der Herausforderungen im Sektor, insbesondere des Fachkräftemangels, setzt SERVIOR auch auf berufsbegleitende Ausbildungen. So können Mitarbeitende beispielsweise eine Ausbildung zur Pflegehilfe oder zur Assistenz im Alltag absolvieren.

„Unsere eigenen Mitarbeitenden auszubilden bedeutet auch, die Zukunft vorzubereiten“, so Laurent Braun. „Wir ermöglichen es Menschen, sich weiterzuentwickeln, ohne ihren Arbeitsplatz zu verlassen. Das ist eine Investition, aber eine unverzichtbare.“

Digital als Unterstützung, nicht als Ersatz

Auch neue, insbesondere digitale Lernformen gewinnen an Bedeutung, ersetzen jedoch nicht die Präsenzformate. „Digitale Angebote sind ein wertvolles Ergänzungsinstrument, etwa für Auffrischungen oder bestimmte Lerninhalte“, erklärt er. „Aber alles, was die menschliche Beziehung betrifft, kann niemals ersetzt werden.“

Die Schlussfolgerung ist eindeutig: In einem so anspruchsvollen Bereich ist kontinuierliche Weiterbildung keine Option. „Heute auszubilden bedeutet, morgen eine qualitativ hochwertige Begleitung zu gewährleisten“, fasst er zusammen. „Das ist eine Verantwortung gegenüber unseren Bewohnern, und gegenüber unseren Teams.“

Kennzahlen (2025)
• 1.417 organisierte Schulungen
• 350 behandelte Themenbereiche
• 15.500 Teilnahmen
• 63.400 Ausbildungsstunden
• 3.600 Stunden im Bereich Validation®
• 1.511 Stunden im Bereich Ethik
• 100 Mitarbeitende in berufsbegleitender Ausbildung