Sie haben es von Florence Nightingale übernommen: Hommage an alle Krankenpfleger/innen

Bei einigen internationalen Tagen steht man punkto Thematik vor einer gewissen Leere. Andere wiederum könnten durch die brisante Aktualität nicht treffender sein. An diesem 12. Mai werden die Krankenpfleger/innen gefeiert, eine Berufsgruppe welche in den vergangenen 2 Monaten, wegen der Covid-19-Pandemie, ganz besonders im Vordergrund stand.

Florence Nightingale b&w
Florence Nightingale

Unter den über 2.000 Arbeitnehmern welche SERVIOR derzeitig beschäftigt, sind mehr als ein Viertel aus diesem spezifischen Gesundheitsberuf: es sind 570 an der Zahl, 84 Männer und 486 Frauen. Vierfünftel sind Pendler, 40% haben die deutsche Staatsbürgerschaft, 27% die französische, 15% sind Luxemburger, 13% Belgier und 2,6% Portugiesen. Insgesamt sind es 14 Nationalitäten die man unter dieser Arbeitnehmergruppe antrifft, dies mit einem Altersdurchschnitt von 43 Jahren.

Virginia Henderson
Virginia Henderson

Der „internationale Tag der Krankenschwester“ fällt nicht durch reinen Zufall auf den Geburtstag von Florence Nightingale, welche als Inspiration der modernen Krankenpflege des 19. Jahrhunderts anzusehen ist. Nebst Mathematik und Empathie hat Sie ein Pflege-Modell aufgebaut welchem auch SERVIOR folgt und es um die 14 Grundbedürfnisse des Menschen nach Virginia Henderson vervollständigt hat.

Genug der statistischen Daten, Krankenpfleger/in zu sein ist ein(e) Beruf(ung), es ist das Menschliche. Zwei unter Ihnen, beide bei SERVIOR aktiv, geben uns einen Einblick:

Ein positives Betrachten des Berufs an sich

Nora_Amane
Nora Amane

Nora Amane (33) arbeitet seit zwei Jahren für die luxemburgische Institution, dies nach einem Parcours welcher Sie aus Frankreich in die Schweiz brachte. Diese französisch-stämmige Pendlerin, welche im Altenheim „Um Lauterbann“ in Niederkorn Ihren Dienst verrichtet hat während der sanitären Krise Ihr Lager in Luxemburg aufgeschlagen. „Wenn ich sehe wie die luxemburgische Regierung diese Notsituation meistert und welche Wertschätzung wir erfahren, dann bin ich stolz hier arbeiten zu können“ freut Sie sich. Diese positive Aussicht und die Arbeitskonditionen hatten Sie dazu bewogen das Wagnis Großherzogtum einzugehen.

„Meine erste Anstellung war in der psychologischen Altersheilkunde. Es ist unabdingbar fachspezifische Kompetenzen aufweisen zu können um ältere Menschen gut zu versorgen. Es ist ein wichtiges Modul im Gesamtkonzept, genau wie die Pharmakologie“. Bei SERVIOR wechselt Sie ab zwischen Pflege und Medikamenten „Wir praktizieren die Krankenpflege, also auch die hygienische Pflege, wir kontrollieren vitale Parameter, wir bereiten Medikamente vor und verteilen diese…“. Nora drängt auf die Wichtigkeit des administrativen Teils der Arbeit, die richtige Information betreffend des Bewohners weiterzugeben: „Das Zusammenspiel zwischen Ärzten, Krankenpfleger, Hilfskrankenpfleger ist sehr wichtig. Wir reden viel, kommunizieren bis ins kleinste Detail. Dies erlaubt eine sehr persönliche Pflege.“

SERVIOR : eine Lebensstätte

Krankenhaus und Altenheim sind also nicht zu verwechseln? „Aber nein! Und es ist genau das was bei SERVIOR interessant ist: es ist ein Lebensmittelpunkt! Wir pflegen eine ganzheitliche Betrachtung der Altenpflege. Auch informatische Mittel haben wir. Wir werden ermutigt analytisch zu denken, eventuelle gesundheitliche Probleme im Vorfeld zu erörtern, welche die Bewohner begegnen könnten. Aber wir sind nicht in einem klinischen Umfeld. Die Zimmer sind so eingerichtet, dass die Bewohner sich wohlfühlen und zu Hause fühlen können. Und trotzdem sind sie nicht bei sich… Es ist an uns dafür zu sorgen dass die Bewohner sich zu Hause fühlen können. Sich um ältere Menschen zu kümmern benötigt ein großes Mass Einfühlungsvermögen. Aber keine Verniedlichungen! Das ist nicht unsere Art der Betreuung. Man muss sich dem Menschen mit seinen Geschichten und seinem Erlebten annehmen. Und wenn es mal eine Gedächtnislücke gibt, dann ist es an uns das Puzzle zu vervollständigen, Zum Beispiel im dem wir wissen was eine bestimme Person gerne isst. Wir müssen seine Würde bewahren.“

SERVIOR ist dadurch charakterisiert, dass jeder spezifischer Handgriff von einer qualifizierten Person durchgeführt wird. „Beim Mittagstisch zum Beispiel wir dem Bewohner das Essen nicht etwa von einer Hilfskrankenschwester gereicht sondern von Servicepersonal welches im Hotel- und Restaurantgewerbe ausgebildet wurde. Es wird auf Details geachtet und Exzellenz angestrebt.“

„Was mir auch gefällt ist die Dynamik und das immer wieder in Frage stellen von gängigen Praktiken. Das luxemburgische System ist im Aufbruch, im Gegenteil zu der Situation welche ich aus Frankreich kenne.“

Unter Professionellen des Gesundheitssektors, welche ich unterschiedlichen Ländern ausgebildet wurden, erkennet sie keinen Missklang: „Die generellen Basisprinzipien sind in jedem Land gleich. Die persönliche Erfahrung spielt eine viel wichtigere Rolle. Wenn man beispielsweise in der psychiatrischen Abteilung gearbeitet hat, dann ist man dem gegenüber sensibler.“

COVID, Zwischen Angst und Stolz

Zusammen mit Ihren Kollegen, mit denen Sie die Covid-19-Pandemie durchschreitet, hat sie auch Momente der Angst kennengelernt. „Niemand konnte den Umfang dieser Situation voraussehen. Die Unsicherheit am Anfang war sehr angsteinflößend. Wir wussten nicht unbedingt wie auf die unterschiedlichen Situationen zu reagieren sei, ob die Räume neu angeordnet werden müssten oder ob abwesende Kollegen ersetzt werden müssten. Das frühe Einschreiten der luxemburgischen Regierung machte den Unterschied zu den anderen Ländern. Ich empfinde einen besonderen Stolz in einem Haus arbeiten zu können welches keinen einzigen Erkrankten zu beklagen hat. Und die niedrige Zahl an Krankschreibungen unterstreicht den Zusammenhalt unter den Kollegen.

Die alltäglichen Kontakte in der Pflege sind im Arbeiten aufgenommen, das Covid-19 hat sich in das Management der Pflege integriert. Nora Amane wird damit zurechtkommen, in ihrem Beruf vollkommen aufgehend – die Basis ein Zusammenspiel von Empathie und professioneller Distanz, notwendig um alle Situationen richtig deuten zu können.

Keine Monotonie, keine Langeweile

Ute Kuhl-Schmitz
Ute Kuhl

Weit mehr erfahren in der SERVIOR-Galaxie, ist Ute Kuhl-Schmitz (59), welche seit 41 Jahren den Beruf der Krankenpflegerin ausübt und lebt. Seit 2006 ist sie im Pflegeheim „Am Schleeschen“ in Echternach aktiv. Sie hat sich der Palliativmedizin verschrieben, unzählige Weiterbildungen besucht und seit 2009 gibt Sie ihr Wissen als Ausbilderin weiter. So war Sie auch zwischen 2009 und 2011 Teil des internen Weiterbildungsteams von SERVIOR.

Ihre Berufung als Krankenpflegerin arbeiten zu wollen ergründete sich aus 2 Anziehungskräften: der Biologie und dem Sozialen. Für Ute ist für das Umsorgen von älteren Menschen eine großartige Herausforderung: „Man muss einen ausgeprägten und geschulten Beobachtungssinn haben, eine scharfe Wahrnehmung ist unabdingbar. Ich muss Folgerungen ziehen können aus dem was ich sehe und wahrnehme und dies mit den Ärzten, dem Team, der Familie, dem Bewohner besprechen und in Einklang bringen. Dies ist eine große Herausforderung im Alltag. In der Ausübung des Krankenpfleger-Berufs bleibt kein Platz für Monotonie oder Langeweile. Unsere Arbeitsgrundlage… ist das fundamental menschliche.“

Das Alter… das älter werden… Das kann man nicht an einem Geburtstag festmachen. Die Herausforderung der Pflegekraft ist es, sich ständig um die Balance, bestehend aus körperlichem Befinden, geistigem Befinden und der menschlichen Seele des Bewohners zu kümmern umso eine Lebensqualität zu ermöglichen, und dies bis zum Ende hin.

„Oft sind es die kleinen Dinge, die große Emotionen auslösen“ stellt Ute fest. „Man muss den Menschen begleiten, ihm ein Sicherheitsgefühl geben, ihn respektieren, indem man sich um ihn sorgt und seine Vergangenheit in Betracht zieht. Offenheit, Warmherzigkeit, Liebenswürdigkeit, Menschlichkeit und Dienstleistung am Menschen müssen immer oberstes Objektiv sein.“

Ein wundervoller und bereichernder Beruf, in der Theorie und in der Praxis.

Allen, die diesen Weg in ihrer professionellen Laufbahn einschlagen wollen, legt Ute folgendes ans Herzen: „Die Basisausrüstung für eine Person welche sich in unserem Beruf engagieren will, besteht aus mehreren Grundvoraussetzungen: das Wissen (worum es geht, auf was ich mich einlasse, wie ich es erlebe – daher die Wichtigkeit von Schnupper-Praktikas), die Emotion (sich von Emotionen leiten lassen ohne seine eigene Emotionalität aus der Hand zu geben) und die Motivation (welche sich aus den beiden genannten Punkten ergibt). Aber man sollte nie die Entwicklung vergessen, die persönliche und die professionelle Entwicklung, die Neugierde und der Spaß an etwas Neuem oder sich neuen Ansichten anpassen zu können. Der wichtigste Punkt ist, dass man immer auch für sich selbst etwas Gutes tun muss und immer wieder die Balance hinbekommt.“

„Mit dem fortschreitenden Älterwerden der Bevölkerung wird die Alterspflege und ihre ganz spezifischen Herausforderungen ganz sicher noch weiter in den Vordergrund treten. Es ist eine tolle Möglichkeit unsere Bemühungen rund um diese Personen noch weiter zu vertiefen, mit Respekt, Achtung und Menschlichkeit.“