Schreinermeister Zahnen und seine sieben Zwerge: „Active ageing“ im SERVIOR-Haus „Geenzebléi“ in Wiltz

Während der diesjährigen Themenwochen „La mer du Nord“ begrüßte ein 3,80 m langes Schiff aus Holz und Latex-Papier die Bewohner und Besucher im Atrium der Wiltzer Wohnstruktur. Gezimmert hat das Segelschiff der 82-jährige Guillaume Zahnen in „seinem“ Atelier im „Geenzebléi“. Dort entstanden letztes Jahr eine 4 m hohe Replik des Eiffelturms, Schneewittchen und die sieben Zwerge – alles Arbeiten, die eigens für die „Nuit des Lampions“ in Wiltz angefertigt wurden. Und wer in diesen Wochen Guillaume Zahnens Atelier besucht, sieht viele hölzerne Kisten aus denen der rüstige Senior schmuckvolle Adventskalender entstehen lässt.

Und dabei hatte alles nur mit dem Aufpolieren alter Schränke begonnen, verrät uns Guillaume Zahnen, der seit fast sieben Jahren im Wiltzer SERVIOR-Haus lebt. Als gelernter Schreiner, der viele Jahre in einem bekannten Wiltzer Möbelhaus arbeitete, war er sozusagen der richtige Mann an der richtigen Stelle. „Elo kréien ech bal keng Zäit méi fir schlofen ze goen“, sagt der Schreiner schmunzelnd. Denn an Arbeit fehle es ihm nicht. Nicht selten sitzt Guillaume Zahnen bereits um 5 Uhr morgens in seinem Atelier, das in einem Raum nur wenige Schritte von seinem Zimmer untergebracht ist. Meistens beginnt er seinen Arbeitstag gleich nach dem Frühstück. An der Werkbank sitzt er dann bis gegen 11.30 Uhr. „Da gi mer e Pättchen drénken“, ergänzt der „menuisier-ébéniste“ im (Un-)Ruhestand. Gleich nach dem Mittagessen geht er wieder in sein Arbeitsreich.

Das Hämmern, Zimmern und Werkeln macht Guillaume Zahnen sichtlich Spaß. Er sieht sein Tagwerk aber nicht als eine Art Beschäftigungstherapie, sondern für ihn zählt auch das Resultat seiner handwerklichen Arbeit. Zusammen mit dem Personal entstehen Projektideen, und wenn es realisierbar ist, dann ist der Schreinermeister stets mit von der Partie. Bei der Ausführung der sieben Zwerge für die 2018er Ausgabe der „Nuit des Lampions“, die seit einigen Jahren erfolgreich in der Hauptstadt der Luxemburger Ardennen organisiert wird, kam er allerdings ins Schwitzen: „Den éischten Zwerg hat ech ze grouss gemaach an dun hunn ech d’Nuecht duerchgeschafft fir den Zwerg erëm méi kleng ze maachen“, weiss der Senior zu berichten. Für das Wohnzentrum ist Guillaume Zahnen eine Bereicherung, zimmert er doch beispielsweise die Dekoration bei Themenwochen. Seine Holzkreationen „made im Geenzebléi“ werden exklusiv im Tante-Emma-Laden des SERVIOR-Hauses in Wiltz feil geboten.

Durch die rege Tätigkeit in seinem Atelier bleibt ihm weniger Zeit, um an den hausinternen Aktivitäten teilzunehmen, aber der pensionierte Schreiner fühlt sich sehr wohl im „Geenzebléi“, wo immer wieder neue Ideen entstehen dank der Interaktivität zwischen dem Bewohner und den Mitarbeitern, die ein offenes Ohr – auch für ehemalige Schreinermeister – haben.

Mit 1650 Betten ist SERVIOR der größte Betreiber von Wohnstrukturen für ältere Menschen in Luxemburg. Derzeit verwaltet SERVIOR 15 Einrichtungen, darunter 8 Altenheime, 6 Pflegeheime und 1 Seniorenresidenz. Außerdem bietet SERVIOR regelmäßig 650 Menschen in 31 verschiedenen Gemeinden Essen auf Rädern an und betreibt eine Tagesstätte für Senioren. Das öffentlich-rechtliche Unternehmen beschäftigt fast 1900 Mitarbeiter, davon mehr als die Hälfte im Pflegebereich.