Mit allen Sinnen – Gesundheitswoche bei SERVIOR

Angefangen hat alles mit dem „Fitnessdag“ im Altenheim von Niederkorn. Dort haben die Mitarbeiter des „Service Animation“ bereits vor über 15 Jahren damit begonnen, Aktivitäten zum Thema „Gesundheit“ für die Bewohner auszuarbeiten. Das Pilotprojekt wurde zum Erfolg und so entwickelte man ähnliche Thementage in anderen SERVIOR-Häusern. Seit 2008 ist die Projektwoche Teil der interministeriellen Initiative „Gesond iessen, méi bewegen“ und darf sich mit dem offiziellen Logo schmücken.

„Mit allen Sinnen“ – so lautete dieses Jahr das landesweite Motto für die Gesundheitswoche, die vom 26. September bis zum 2. Oktober dauerte. Demnach passte SERVIOR die Animationsangebote für die Senioren in seinen Wohneinrichtungen dem Thema entsprechend an. Beispielsweise mit Vorträgen, Gesundheitschecks, Kochateliers, Fußbädern und Handmassagen, Qi-Gong und Seniorengymnastik. Herausgepickt seien im Folgenden nur die Wahrnehmungstester organisiert in Niederkorn in Zusammenarbeit mit dem „RBS – Center fir Altersfroen“ und eine interaktive Konferenz von Claudine Mertens, „Diététicienne“ bei SERVIOR.

Mit zunehmendem Alter verändern sich die Sinne. So vermindern sich, unter anderem, die Geschmacksknospen. Süßes wirkt weniger süß und die so sehr geschätzte „Zockerboun“ schmeckt irgendwann ganz anders als früher. Salziges schmeckt weniger salzig, bis zu 11-mal weniger übrigens. Die Bewohner des CIPA Howald konnten auch erfahren, dass der Geschmackssinn eng an den Sehsinn gekoppelt ist. Infolgedessen waren bei einem Schmeck-Test viele der Überzeugung, dass der rosafarbene Jogurt – bei gleicher Zuckermenge – deutlich süßer sei als der gelbe. Ausschlaggebend war allein die Farbe Rosa, die eine gewisse Süße suggeriert

Ebenfalls in Howald, konnten sich die Bewohner ihre Augen von einem Optiker kontrollieren lassen. Mit zunehmendem Alter benötigt man vielfach eine Brille zum Lesen, das Gesichtsfeld wird enger, das Auge braucht deutlich länger, um sich veränderten Lichtverhältnissen anzupassen. Und mit dem Verlust der Sehkraft treten andere Probleme auf: Schwierigkeiten beim Erkennen von Dingen und Daten, Unsicherheiten beim Treppensteigen, Zögern beim Anfassen von Dingen… Doch man kann seinen Augen auch was Gutes tun. Zum Beispiel ausreichend trinken und sich vitaminreich ernähren. Möhren, Grünkohl und Kürbis eignen sich in diesem Fall besonders gut.

Auf klangliche Entdeckungsreise konnten sich die Senioren aus dem CIPA Niederkorn machen. Und zwar mit einem Geräusch-Memory, der den Hörsinn herausforderte. In einem schönen, abgedunkelten Raum mussten die Teilnehmer aus mehreren Hörproben die beiden gleich klingenden identifizieren. Ganz schön knifflig! Denn mit dem Alter verkleinert sich die Hörfläche, hohe und leise Töne werden schwieriger wahrnehmbar.

Schlechter schmecken, hören, sehen, fühlen… Alt werden als Katastrophenszenario? Nicht so für Erich Schützendorf, Pädagoge und Lehrbeauftragter für Altersfragen an zwei Hochschulen in Deutschland. Bei seinem Vortrag in Niederkorn verriet er, dass es wohl kaum etwas Spannenderes gibt als zu erfahren, wie es mit einem zu Ende geht. Doch der Pädagoge will, dass der Abstieg langsam und behutsam vonstattengeht, dass man viel Zeit hat, sich zu entpflichten und zu entschleunigen. Bis der Moment kommt, da man einfach nur Zeit hat da zu sein, nichts zu tun. Umgeben von Menschen, die das zu schätzen wissen, und die einen weiterhin achten, wenn man anfängt Bananen in Brillenschachteln zu stecken und die dazugehörigen Schalen in Büchern zu pressen. Wenn es so weit ist, möchte Erich Schützendorf im Sommerregen rausgefahren werden, um die Tropfen auf seiner Haut zu spüren… Ein sehr sinnliches Referat!

Zum Abschluss der diesjährigen Gesundheitswoche in den einzelnen SERVIOR-Häusern wurden Anfang Oktober ein speziell gestaltetes Zertifikat und ein kleines Geschenk an die zirka 1000 Teilnehmer überreicht.

SERVIOR – Wer wir sind
Mit etwa 1600 Betten ist SERVIOR der größte Betreiber von Wohnstrukturen für ältere Menschen in Luxemburg. Derzeit verwaltet SERVIOR 16 Einrichtungen, darunter 12 Altenheime (CIPA), 3 Pflegeheime und 1 Seniorenresidenz. Außerdem bietet SERVIOR täglich 560 Menschen in 20 verschiedenen Gemeinden Essen auf Rädern an. Das öffentlich-rechtliche Unternehmen wurde durch das abgeänderte Gesetz vom 23. Dezember 1998 gegründet und beschäftigt heute rund 1400 Mitarbeiter, davon mehr als die Hälfte im Pflegebereich.

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